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Die Wellküren
Interview mit den Wellküren
 
Die drei Well-Schwestern verpacken als „Wellküren“ ihr Kabarettprogramm virtuos in bayerischer Volksmusik. Das „einzige Hardcore-Stubenmusik-Terzett“ (Jury Ernst-Hoferichter-Preis) gastiert am 12. Juli im Zelt des Eulenspiegelfestivals an der Ortspitze. Pasta!-Redakteurin Claudia Knobloch hat Moni Well-Hösl ein paar Fragen zum neuen Programm, der Geschichte und ihrer Mission gestellt.

Pasta! Was war der Auslöser die „Wellküren“ zu gründen?

M. Well-Hösl Das war 1985. Wir arbeiteten in unseren eigentlich erlernten Berufen - Vroni und ich als Erzieherinnen, Burgi als Betriebswirtin. Wir waren alle drei bereits Mütter und lebten in unseren eigenen Lebensgemeinschaften. Zusammen mit der Familie sangen wir als „Madl-Dreigesang“ auf der Bühne immer die gleichen alten Lieder vom Kammerfensterln, vom Wetter und vom Wandel der Jahreszeiten. Das Repertoire in der Volksmusik ist für Frauen wirklich sehr beschränkt!

Damals gab es schon einige Jahre unsere Brüder, die „Biermösl Blosn“, die erfolgreich aus dieser immergleichen Volksmusik ausgebrochen waren, ohne sie dabei jedoch verlassen zu haben.

Pasta! Sie stammen aus einer sehr musikalischen Familie. War da die Musikerinnen-Karriere vorbestimmt?

M. Well-Hösl In gewisser Weise schon. Die Musik war in unserer Familie das Einzige, mit dem man 15 Geschwister zusammenbringen konnte. Die jüngste und die älteste Schwester trennt ein Altersunterschied von 20 Jahren. Da gibt es wenig, was man gemeinsam machen kann - außer Musik eben! Und das prägt einen sicherlich für das ganze Leben.

Pasta! Warum wählt man als Kabarettistin bayerische Stubenmusik als Ausdrucksform?

M. Well-Hösl Hätten wir was anderes gelernt, würden wir auch Punk oder Kammermusik als Ausdrucksform nutzen. Aber das können wir eben nicht!
Pasta! Sie sind seit 20 Jahren in der bayerischen Kleinkunstszene unterwegs. Hat sich da viel verändert?

M. Well-Hösl Natürlich. Auch die Kleinkunstszene ist größer und professioneller geworden. Sie findet heute mehr in Bierzelten, Mehrzweckhallen und vor allem im Fernsehen statt. Es gibt kaum einen Kleinkünstler, der heute noch ohne Agentur oder Künstlermanagement arbeitet. Ob die Kleinkunstszene dadurch besser geworden ist, wagen wir drei zu bezweifeln.

Pasta! Wodurch wird Ihre Arbeit beeinflusst?

M. Well-Hösl Inhaltlich sind unsere Einflüsse - wie wahrscheinlich bei jedem Kabarettisten - die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse. Wir beobachten allerdings weniger die politische Großwetterlage als vielmehr deren Auswirkungen auf das Leben in unserer unmittelbaren Umgebung, in Bayern und in Oberschweinbach.

Pasta! Haben Sie Vorbilder?

M. Well-Hösl Direkte Vorbilder haben wir da keine. Aber wir sind echte Bewunderinnen von Georg Ringsgwandl, Georg Schramm, Liesl Karlstadt, Janis Joplin, Gerhard Polt, den „Andrews Sisters“ und natürlich von unseren Brüdern, der „Biermösl Blosn“.

Pasta! Was wollen Sie mit Ihren Texten und Ihrer Musik erreichen?

M. Well-Hösl Ganz klar: Wir wollen Bayern retten! In jeder Beziehung! Und wir schaffen es obendrein auch noch, dass die Leute einen ganzen Abend lang nicht fernsehschauen.

Pasta! Welches Ereignis hat Sie in letzter Zeit so aufgeregt, dass sie ein Stück darüber schreiben mussten?

M. Well-Hösl Da gibt es zwei! Natürlich die jüngste Revolution in Bayern, die nicht nur die schwarz-gelbe Koalition, sondern auch unser bayerisches Stubenmusical hervorbrachte. Und dann den absoluten Super-Gau: Waldis Rauswurf aus dem BR!

Pasta! Auf welches Programm dürfen sich die Passauer beim Eulenspiegel Zeltfestival freuen? Das aktuelle oder einen Mix aus alten und neuen Stücken?

M. Well-Hösl Obwohl der BR Waldemar Hartmann entlassen hat, haben wir dem Sender erlaubt, an diesem Abend unseren Auftritt in Passau mitzuschneiden. Deshalb werden wir schon sehr viele Teile aus unserem neuen Programm „Beste Schwestern“ präsentieren, mit dem wir ab Herbst auf Tour gehen. Damit wir nicht zu nervös auf der Bühne stehen, spielen wir sicherlich auch einige „Forever-Greens“.

Pasta! Dann freut sich Passau auf die Preview des neuen Programms! Herzlichen Dank für das Gespräch!

 
Datum: vom 01.07.2009
Publikation: PASTA! Juli09
Autor/-in: Claudia Knobloch
 
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