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Helmut Schleich
Zeitlose Zeitgeist-Schelte vom Parade-Parodisten
 
Helmut Schleich füllt erneut das Eulenspiegel-Zelt

Karl Valentin lässt ebenso grüßen wie Franz Josef Strauß, wenn Helmut Schleich live auftritt, so nach einem Jahr Absenz wieder geschehen am Montag im bestens besuchten Eulenspiegel-Zelt.


„Nicht mit mir!“ heißt das zeitlose Promi-Panoptikum des Parade-Parodisten Schleich. Es ist sein fünftes Solo. Aber: Ohne ihn ginge darin gar nichts! In fesselndem Tempo und mit sehenswerter Präzision wechselt Schleich Mimik, Stimme, Dialekt und Thema, ist er doch besessen von den eigenartigen Typen und den Promis in seinem Kopf.

Eine weitere Stärke des seit zwei Jahren mit eigener Sendung fernsehpräsenten Kabarettisten ist der valentineske Blick auf das Zeitgeschehen. So zieht er eine Mathe-Textaufgabe für den Übertritt an die Realschule aus der knallroten Sakkotasche. Es geht um Befüllzeiten für ein Planschbecken. Aber „was ist das für ein Depp, der das mit drei Schläuchen befüllt? Und mit was für Schläuchen! 80 Liter in 40 Minuten - da bieselt ein Prostatakranker ja schneller!“ sind Schleichsche Überlegungen dazu, wie sie ein Karl Valentin kaum trefflicher angestellt hätte. Neben all der Politiker- und Zeitgeist-Schelte machen die Promi-Parodien das Solo zeitlos: Denn FJS, der „Wir sind Papst“-Pontifex Benedikt XVI ebenso wie dessen Vorgänger Johannes Paul II, Fernseh-Mallehrer Bob Ross oder Helmut Schmidt sind unsterblich. Und damit sind nur fünf von mindestens 15 Rollen genannt, in die der begnadete Imitator schlüpft. Oft ist er sogar mehrere gleichzeitig, lässt Strauß mit Ottfried Fischer oder einem Papst diskutieren. Wenn FJS dabei die FDP „eine Golfspieler-Sekte“ nennt, Hoeneß „einen Steuerhinterzieher-Azubi“ und Dobrint „gegen Charisma schutzgeimpft“, mutiert der einstige Landesvater auch schon ganz flott wieder zum Unschuldslamm Schleich. Und der kann nichts dafür: Er würde so etwas nie sagen. Die Stimmen in seinem Kopf und auf der Bühne tun einfach, was sie wollen.

Möge Helmut Schleich sie noch lange nicht einbremsen!
 
Datum: vom 17.07.2013
Publikation: PNP
Autor/-in: Christine Pierach
 
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