STARTSEITE PROGRAMM ARCHIV TICKETS ZELT PRESSE PARTNER
Kann das Schiff am Ort ankern?
 
Die Hochwasser-Installation am Eulenspiegel-Festival stößt auf so große Begeisterung, dass an einen Dauer-Verbleib gedacht wird

Die Künstler im Eulenspiegel-Zelt an der Ortspitze haben Konkurrenz bekommen, direkt vor der Haustür: Das Hochwasser-Schiff am Festgelände hat sich zum heimlichen Star gemausert, es wird genau inspiziert, belagert, als Sitzplatz und Tribüne zugleich benutzt.

Und somit erhebt sich bei den Machern und den Besuchern die Frage, ob die Installation dauerhaft dort bleiben kann. Eine Antwort darauf kann das Rathaus - das Schiff steht auf städtischem Grund - nicht geben. Noch nicht, denn zum einen ist die Frage noch ziemlich frisch und als Antrag noch nicht bei der Stadtverwaltung eingereicht, zum anderen müssten im Fall des Falles mehrere Bereiche abgeklopft werden, zählt OB-Sprecher Herbert Zillinger auf: „Wer kommt für den Unterhalt auf, wenn das Schiff mal in die Jahre gekommen ist und eventuell ausgebessert werden muss? Was ist mit der Haftung? Ist es wirklich so gut befestigt, dass es ein Hochwasser übersteht?“

Die letzte Frage beantworten die Schiffsbauer mit einem eindeutigen „Ja“ - das Bauwerk ist mit vielen Erdnägeln tief im Boden verankert. Die anderen Aspekte standen für sie erst einmal nicht im Vordergrund, als sie beschlossen, das Schiff zu bauen. Die Grundidee entwickelten Veranstalter Till Hofmann und Künstler Sebastian Fürst beim Konzert von „Moop Mama“ vor vier Wochen am Kirchenplatz.

Schließlich taten sich fünf Männer zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen: Neben Fürst und Hofmann noch Zimmerer Alois Höngberger aus Sandbach und die Passauer Architekten Stefan Poxleitner und Bernd Vordermeier als Planer. Vordermeier schildert die Entstehung so: „Wir haben das Ganze rein selbst finanziert und auf zwei Tage an Ort und Stelle aufgebaut. Mit der Stadt ist derzeit vereinbart, dass es nach dem Eulenspiegel Festival wieder wegkommt, allerdings möchten wir gerne, dass es für immer stehen-bleibt.“ Mit diesem Wunsch wissen sie sich eins mit vielen Festivalbesuchern, wie zahlreiche Gespräche ergaben. „Auch Touristen fotografieren sich davor.“ Die Grundidee entstammt der Schlusszeile des Hochwasser-Lieds „Weida miteinand“, in der es heißt: „Drum begann man Knoten zu knüpfen und Brücken zu schlagen, aus den Booten wurden Häuser und dazwischen kamen Straßen, alles schwamm und schwankte, aber nass war es nicht - denn von nun an war die Stadt ein Schiff!“

 
Datum: vom 16.07.2013
Publikation: PNP
Autor/-in: Franz Danninger
 
« zurück zur Presse
 
Eulenspiegel