STARTSEITE PROGRAMM ARCHIV TICKETS ZELT PRESSE PARTNER
Kaya Yanar
Schelm Kaya Yanar trotzt Thor
 
Souveräner Comedian begeistert bei tösendem Unwetter


Im ausverkauften Eulenspiegel-Zelt hat TV-Comedian Kaya Yanar am Sonntag allem Unwetter souverän getrotzt.
Mancher mag mit gemischten Gefühlen hingegangen sein zu dem im Fernsehen mit seinem etwas abgenutzten „Was guckst du?“ nicht immer nur noch originellen Frankfurter (38). Und mag gehofft haben, was sich am Sonntag auch bestätigte: TV und Live-Auftritt bleiben eben doch zwei Welten. Wie im Fernsehen jongliert Schelm Yanar auf der Bühne mit unterschiedlichen Sprachen, Dialekten und den dazugehörigen kulturellen Klischees. Das neue, sein viertes, Soloprogramm „All inclusive“ hat als Rahmen, dass Kaya dringend eine Frau Yanar sucht, weil er Kinder will, und Enkel. Eigentlich ist die Herkunft der Zukünftigen ihm egal - doch manche Nationalitäten kommen schon wegen ihrer komischen Sprache keinesfalls in Frage. So steht der Osmane zwar auf groß, blond und blauäugig, aber die blonden Leuchttürme aus Schweden und Dänemark gehen sprachlich schon mal gar nicht. Auch jede Türkin scheitert schon an ihren „zwei Geburtsfehlern - dem Vater und dem Bruder“.

So austeilen kann ein Kaya Yanar als Deutscher mit türkisch-arabischen Eltern. Seine Multi-Kulti-Anekdoten aus allen Lebensphasen kennt man sattsam aus „Was guckst du!“. Und sein kulleräugiger Lausbubencharme funktioniert auch live. Was aber das Fernsehen nicht zeigt, sind die spontane Keckheit und das Improvisationstalent dieses Solisten. Donnergrollen und Regenprasseln baut er so geschickt und souverän ein, als habe er Donnergott Thor in einer Statistenrolle verpflichtet. Als er eine Zuschauerin beim Telefonieren erwischt, schnappt er sich das Handy, plaudert mit deren kleinen Sohn mal eben auf der Bühne drauflos als „der Mann, mit dem deine Mutter sich trifft“, bricht ab, gibt das Telefon zurück: „Ahem, ich glaube, jetz is er am Weinen!“, lässt sich kroatische Vokabeln vom Publikum als Stichwörter geben, funktioniert selbst Regieanweisungen aus dem Off noch um zu Gags. Die wiederum bleiben ob mancher Plattheit, dann wieder köstlicher Selbstironie Geschmackssache. Umwerfend gespielt etwa ist der Vergleich vom Halten von Hunden oder Katzen. „Katzen sind Zicken“. Hunde sind „einfach strukturiert. Genau wie ich. Die interessiert nur Poppen, Fressen, Schlafen“.

Fazit: All inclusive all seiner Stärken gibt es Kaya Yanar nur live. Und da hoffentlich noch lange!


 
Datum: vom 12.07.2011
Publikation: PNP
Autor/-in: Christine Pierach
 
« zurück zur Presse
 
Eulenspiegel