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Han´s Klaffl
Wahrheit light
 
Han’s Klaffl beim Eulenspiegel Festival in Passau

Der Overhead-Projektor streikt, das Kulturministerium fordert intuitives Lernen und in vorderster Reihe dümpeln hormongebeutelte Achtklässler. Er hat es wahrlich nicht leicht, der Pädagoge von heute, aber immerhin: Er kann noch über sich lachen. So wundert es nicht, dass beim ausverkauften Auftritt von Han’s Klaffl am Donnerstagabend beim Eulenspiegel Festival gefühlte 80 Prozent des Publikums aus den umliegenden Schulen die Reihen füllen, der Rest sind Eltern und weitere „Erziehungsversuchende“, wie Klaffl sie liebevoll betitelt.

Wenn der begeisterte Musiklehrer und sympathische Ironiker Han’s Klaffl nun von den Tücken des Medienunterrichts erzählt, von sich verselbstständigenden Power-Point-Präsentationen und Overhead-Folien im Kopierapparat, dann tobt der Saal. Augenzwinkernd spielt Klaffl mit den Klischee-Typen der Lehrer, dem Altphilologen Gregorius, der Cicero noch persönlich kannte, der Mimose Gütlich, der seinen zweistimmigen Tinnitus pflegt, oder dem Realdidakt Sedlmaier, der einer Beurteilung durch den Direktor ganz entspannt entgegenblickt, frei nach dem Motto: „Lieber 45 Minuten geschämt, als ein ganzes Jahr lang vorbereitet.“

Freilich, grundsätzliche Systemkritik sieht anders aus und eine satirische Anklage an die „Try-and- error“-Politik des Kultusministeriums könnte denkbar schärfer ausfallen. Doch fern dieses Anspruches gelingt Klaffl ein unterhaltsames und herrlich lebensnahes Programm, das einem vom „grundierten Fundwissen“ bis hin zur „Wahrheit light“ bei den in „Zeugnisch“ verfassten Zeugnisbemerkungen die Lachtränen in die Augen treibt.

Han’s Klaffl - ein fantasievoller Schulkomiker? Von wegen: „Nicht dass Sie meinen, ich denk mir hier was aus. Das brauchts gar nicht.“  
 
Datum: vom 09.07.2011
Publikation: PNP
Autor/-in: Dorothea Walchshäusl
 
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Eulenspiegel