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Nie war Bayern cooler
 
Musik, die in die Beine geht: LaBrassBanda bei Kultur im Zelt in Burghausen - Am 30. Juli Open Air in Passau

Sie sind ein Phänomen - diese fünf oberbayerischen Musiker, die seit drei Jahren als LaBrassBanda die Musikszene aufmischen: Aus Pop, Balkan-Polka, Jazzelementen und ihren alpenländischen Wurzeln formen sie einen neuen Sound, der unter die Haut und vor allem in die Beine geht. Entsprechend bewegten sich die gut 2000 Besucher am Dienstagabend auf dem Burghauser Pulverturm-Gelände. Kein Knie blieb steif. Die Leute tanzten, warfen die Arme in die Luft und ließen ihrer Begeisterung freien Lauf. Ein Konzert so richtig nach dem Geschmack der 20- bis 30-Jährigen, die den Großteil der Zuhörer ausmachten. Die Veranstaltung war, wie erwartet, die zugkräftigste des derzeitigen Burghauser Festivals „Kultur im Zelt“ und ausverkauft.
Alle fünf sind hervorragende Musiker. Tubist Andreas Hofmeir unterrichtet sogar am Salzburger Mozarteum. Hauptkennzeichen ihres Sounds sind irre schnelle Bläserläufe, die eine dahinflirrende Melodik ergeben. Unterfüttert mit dem hämmernd aufpeitschenden Beat, den Bass und Schlagzeug vorgeben, kommt eine mitreißende Melange heraus. Feinheiten wie Reggae-Anklänge beim Wortspiel „Fatima Banana“ gehen beim Festival allerdings unter, weil die große Lautstärke dem Ohr die Möglichkeiten der Differenzierung nimmt. LaBrassBanda macht so interessante Musik, dass die Band auch mit weniger Phon gut rübergekommen wäre.
Die Musik allein ist es indes nicht, aus der sich der Erfolg dieser Band speist. Sie vermittelt ihren Fans zugleich auch ein Lebensgefühl nach dem Motto: Wer hier dazugehört, ist „in“. Es ist jene Mischung aus anarchischer Freiheit und bodenständiger Kraft, die aus den bayerischen Wurzeln fließt, verbunden mit der Lebensgeschichte der Musiker: Wenn sie erzählen, wie sie in Burghausen schon beim Stadler-Hoffest gespielt haben und in der Folge ins österreichische Ostermiething verpflichtet wurden, ansonsten Österreich aber meiden, weil das Bier dort schlecht sei, so klingt das authentisch. Schon zur Legende geworden ist die Konzerttour mit einem alten Traktor zur Fußball-EM vor zwei Jahren. Zum Markenzeichen der Band gehört auch das Alter von Tuba, Trompete und Posaune - keine Kostbarkeiten und uralt. Aber die Musiker zeigen damit nebenbei: Tradition ist uns wichtig.
Der Erfolg von LaBrassBanda resultiert zu einem Gutteil aus einem Trend hin zum Bayerischen. Lederhosn und Dirndl stehen für das Unverfälschte, für das Einfache und Wahre. Die Jugendlichen entdecken diese Wurzeln, und LaBrassBanda tut das ihre, auf dieser Welle obenauf zu schwimmen. Ob Traktor oder Kuhschädel, beide stehen für die Band und prangen auf ihren Werbeartikeln.
Zur super Stimmung trug auch die Steff Keller Band um den Trostberger Kontrabassisten Gerhart Zimmermann als Vorgruppe bei, die mit Gitarren und Schlagzeug eine mitreißende Musik von Blues bis Rock ’n’ Roll spielte. Diese Band wird noch einiges bewegen.
Doch dieser Abend war mehr als nur Musik: Der Veranstaltungsort ist eine Hochebene mit der beleuchteten Burg als Kulisse. Ältere Semester genossen auf Bierbänken außerhalb des geöffneten Zelts den lauen Abend und die abgemilderte Lautstärke. Sogar ein Feuer wurde angefacht, und die Menschen begannen im Freien zu tanzen. Als zusätzlicher Anheizer erwies sich ein Ausflug der Musiker von der Bühne ins Freigelände: Machen, was man gut findet, ohne lange zu überlegen, diese Botschaft kam an beim Publikum. 

Konzert am 30. Juli um 20 Uhr auf dem Passauer Residenzplatz. Karten bei der PNP.
 
Datum: vom 22.07.2010
Publikation: PNP
Autor/-in: Rainer Wetzl
 
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