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Alf Poier
DER KATASTROPHEN-KOMIKER
 
Poiers Pechsträhne in Passau

Passau – Wenn er gotteslästerlich eine Essiggurke ans Kreuz nagelt, dann zucken die katholischsten seiner Zuschauer innerlich zusammen. Der da oben scheint ihm auch zu zürnen: Alf Poier, selbst ernannter Wiener Kasperl und Bühnenkomiker, erlebt beim Eulenspiegelfestival zum zweiten Mal, wie Sintflut zum Fluch für ihn und sein Publikum wird.

Im Vorjahr musste der österreichische Komiker nach der Pause abbrechen. Hochwasseralarm! Donau und Inn kletterten auf die Festivalwiese am Dreiflusseck. Die Zuschauer bekamen nasse Füße. "Die Tickets haben ihre Gültigkeit auch nächstes Jahr", ließ der Veranstalter den von der Flut vertriebenen Fans ausrichten.

Jetzt, bei der Ersatzvorstellung, waren viele von ihnen wieder da. Poier alberte und ätzte keine Stunde, da kam das Wasser wieder. Diesmal von oben, kübelweise. Der Wiener musste seine Pointen noch lauter setzen, um das Plätschern und Trommeln der dicken Tropfen zu übertönen. Welch schlimmes Unheil drohte, wurde Poier und seinen Anhängern erst hinterher gewahr.

Im Dunkel des Raums unbemerkt hatte sich in der Decke des Zirkuszeltes ein tonnenschwerer Wassersack gebildet. Als die Konstruktion laut vernehmbar ächzte, hielt Poier kurz inne - und fuhr fort. Er konnte dem merkwürdigen Geräusch keine Bedeutung zumessen. Doch als zur Pause die Lichter angingen, bekamen die Gäste einen Schock. Über ihnen die von der Wasserlast tief eingedrückte Zeltplane.

Mit übereinander gestellten Bierbänken versuchten Helfer hektisch, eine zusätzliche Stütze zu bauen. Es war ein untauglicher Versuch, auch Leichtsinn, denn bald bog sich hier das Metall. Einsturzgefahr! Erst jetzt wurden die rund 300 Gäste ausdrücklich aufgefordert, das Zelt zu verlassen.

Wenig später rückte die Feuerwehr mit Leitern und Pumpen an. Vorstellung abgebrochen. "Das ist die Rache für seine Blasphemie", sagte eine Zuschauerin. Auch sie hatte keine Lust, im strömenden Regen das Ende des Feuerwehreinsatzes abzuwarten. Nach der fast einstündigen Zwangspause war im zweiten Teil kaum mehr als die Hälfte des Publikums noch anwesend.

Poier und seine Pechsträhne im katholischen Passau. Ob es ein nächstes Mal gibt und dann vielleicht doch besser beten hilft?
 
Datum: vom 18.07.2010
Publikation: Bürgerblick
Autor/-in: Hubert Denk
 
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