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Georg Ringsgwandl
Der ganz normale Rock ’n’ Roll
 
Schminke und grelle Kostüme sind Vergangenheit - Doch musikalisch ist Georg Ringsgwandl in Passau stärker denn je


Er hätte eigentlich gar nicht singen müssen: Georg Ringsgwandl reichte beim Passauer Eulenspiegel Zeltfestival am Freitag ein verbogener Knicks, um sein Publikum zum Johlen zu bringen, bevor er sich mit einer musikalischen Gala-Vorstellung den ganz großen Jubel errockte.

„Untersendling“ heißt das neue Programm, für das Ringsgwandl seinen Auftritt verseriöst hat. Schminke und Hotpants sind wohl endgültig passé: Er trägt durchgehend elegantes graues Tuch, wenn er vorn aus dem Mikrokosmos seines Heimatviertels erzählt, wo die mit Abstand weltweit schönste Bäckereiverkäuferin die Männer verhext. Wo es zu wenig Teilzeitfrauen und zu viele Therapeuten gibt. „Wo fast koa Mensch mehr Boarisch red’, aber alle noch so dean.“
Dabei erweist sich Ringsgwandl einmal mehr als starker Erzähler und treffsicherer Texter, doch inhaltlich scheint er bei genau dem „ganz normalen Rock ’n’ Roll“ angekommen zu sein, den er besingt. Die zahlreichen Variationen von Mann-und-Frau-verstehn-sich-nicht überraschen kaum, viele Anekdoten wirken trotz guter Pointen langatmig. So ist „Untersendling“ solide und amüsant, lässt aber die versponnene Genialität à la „Hühnerarsch sei wachsam“ und „Nix mitnehma“ vermissen, mit der er Mensch und Gesellschaft schon aufs Korn genommen hat.

Musikalisch sind Ringsgwandl und Band alles andere als ganz normal: Die Arrangements leben von wildem Stilmix und guten Riffs, der Groove-Faktor ist dank Manfred Mildenberger (Schlagzeug) und Tobias Schwarz (Bass) höher denn je. Nick Woodland untermauert seinen Ruf als lässigster Gitarrist auf Erden mit unverrückbarem Zylinder und großartigen Soli. Ringsgwandl ist gesanglich in Hochform: Seine Stimme wechselt die Kostüme, auf die er selbst - Rapper-Mütze und Sonnenbrille ausgenommen - verzichtet, macht aus jedem Text das Meiste und noch ein bisschen mehr.
So lässt sich letztlich auch der ganz normale Rock ’n’ Roll genießen. Gut also, dass der Mann gesungen hat.  
 
Datum: vom 13.07.2009
Publikation: PNP
Autor/-in: Katrina Burkert
 
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